Artificial light at night

Konzept

Künstliches Licht in der Nacht gilt als einer der Haupttreiber des Umweltwandels im 21. Jahrhundert und als eine der Hauptursachen für den Rückgang vieler Insektenarten. Nachtaktive Insekten werden von künstlichen Lichtquellen angezogen und umkreisen diese, bis sie zur leichten Beute für Fressfeinde werden oder an Erschöpfung sterben. Nachtlicht wirkt zudem als Barriere und stört die räumliche Vernetzung von Insektenpopulationen. Diese lokalen Veränderungen wirken sich auf verschiedenen Ebenen aus – von der Physiologie einzelner Insekten über Artengemeinschaften bis hin zu Ökosystemleistungen.

Projektbeschreibung

Das ALANex-Projekt vereint Lichtplaner, Praktiker sowie Vertreter der Ökologie und Sozialwissenschaften, um Wege für eine Beleuchtungstransformation zu entwickeln, die die negativen Auswirkungen von künstlichem Licht in der Nacht mindern und gleichzeitig den menschlichen Beleuchtungsbedarf decken.

Wichtigste Ergebnisse

Ökologische Wirkungsanalysen von handelsüblichen Breitband-LEDs (2200 K, 2700 K, 4000 K) zeigen Folgendes:

  1. Die Form der Leuchte kann die Anzahl der angelockten Arthropoden um bis zu 60 % reduzieren, wenn der Lichtstrahl optimal von oben nach unten gerichtet ist.
  2. Eine Reduzierung der Lichtintensität um 50 % kann die Anzahl der vom Licht angelockten Arthropoden um bis zu 25 % verringern, während die Lichtfarbe für fliegende und bodenlebende Arthropoden wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle spielt.
  3. Öffentliche Strassenbeleuchtung wird weltweit eingesetzt, um die Sichtverhältnisse nach Einbruch der Dunkelheit zu verbessern und die Sicherheit der Anwohner zu erhöhen. In einem Experiment mit 77 Teilnehmern untersuchten wir die Auswirkungen der Exposition gegenüber LED-Strassenbeleuchtung mit 2700 K, 4000 K und 6500 K auf die Lichtwahrnehmung, das Sicherheitsgefühl und das Wohlbefinden (Affekt, subjektiv empfundener und physiologischer Stress) in einer kleinen Schweizer Stadt mit kontrollierten Lichtverhältnissen. Die Teilnehmer empfanden warmes Licht als angenehmer, kühles, weisses Licht reduzierte ihren Stress jedoch effektiver. Die perfekte Strassenbeleuchtung gibt es nicht; Kompromisse sind notwendig. Bei der Planung neuer Strassenbeleuchtungen sollten neben der Akzeptanz in der Bevölkerung auch Energieeinsparungen und der Schutz der Biodiversität berücksichtigt werden.
  4. Eine schweizweite, stratifizierte Umfrage zu künstlichem Licht in der Nacht (ALAN) ergab eine hohe Zufriedenheit mit der Lichtstärke, dass die negativen Auswirkungen von ALAN von den meisten Befragten erkannt wurden und dass die Unterstützung für technische Minderungsmassnahmen und Aufklärungskampagnen hoch war.

Publikationen